Dieses Jahr war ein Jahr voller Herausforderungen. Während wir uns nun gerne von 2020 verabschieden und uns auf ein besseres 2021 freuen, ist Weihnachten eine Zeit, um über die vielen Dinge nachzudenken, für die wir dankbar sind. 

Gerade in Zeiten der Ungewissheit verlassen wir uns als Menschen umso mehr auf Werte, die uns Halt geben. Einer der wichtigsten Grundsätze von Liferay ist es, etwas zurückzugeben und lokale Kommunen zu unterstützen. Jeder Mitarbeitende kann jedes Jahr im Rahmen unseres Employee Volunteer Program (EVP) Arbeitzeit für ehrenamtliche Tätigkeiten nutzen. Das Jahr 2020 hat uns ganz besonders vor Augen geführt, wie wichtig die EVP-Aktivitäten für Gemeinden und Wohltätigkeitsorganisationen, aber auch für unser Team sind.

Engagement für unsere Gemeinden

Auf unserer langen Liste der Dinge, für die wir dankbar sein können, sind wir besonders dankbar und stolz, dass so viele unserer Kollegen bereit sind, ihre Zeit für wohltätige Zwecke in ihren lokalen Gemeinden zu investieren. Diese Arbeit steht ganz im Zeichen des Gründungsethos von Liferay, nämlich es Menschen zu ermöglichen, ihr volles Potenzial zu erreichen, um anderen zu dienen.

Da aufgrund der Corona-Pandemie viele Aktivitäten, die engen persönlichen Kontakt erfordern, begrenzt oder sogar unmöglich sind, war von unseren Freiwilligen im Jahr 2020 vor allem Kreativität gefragt. Doch als resiliente Liferayer haben sie sich nicht durch die zusätzliche Komplexität von ihren EVP-Diensten abhalten lassen.

Als zu Beginn des Jahres die Auswirkungen der Pandemie erstmals richtig spürbar wurden, haben viele Teammitglieder ihre EVP-Stunden genutzt, um Lebensmittel für ältere Menschen zu kaufen, ehrenamtlich bei örtlichen Tafeln zu helfen oder Gesichtsmasken zu nähen. Und so wie die Bedürfnisse, aber auch die Möglichkeiten für ehrenamtliche Dienste gewachsen sind, ist auch die Kreativität unserer Kollegen im Hinblick auf die Erfüllung dieser Bedürfnisse gewachsen.

Ehrenamtliche Aufgaben – neu gedacht

Ob virtuell oder mit Maske, unseren Teams auf der ganzen Welt ist es auf vielfältige Weise gelungen, ihren Gemeinden zu helfen und etwas zurückzugeben. Hier sind einige Beispiele:

Unser Büro in Dublin veranstaltete eine “Step-Challenge”, um Geld für das Universitätskrankenhaus Mater Misericordiae zu sammeln, das eine große Zahl an COVID-19-Patienten versorgt. Das Team ist in nur einem Monat fast drei Millionen Schritte gelaufen, was fast einer fünfmaligen Umrundung Irlands entspricht! 

Außerdem veranstalteten sie mithilfe von Zoom eine virtuelle Bingo-Sitzung, bei der die teilnehmenden Mitarbeitenden die Erlöse an Pieta spendeten. Pieta ist eine irische Wohltätigkeitsorganisation mit Sitz in Dublin, die kostenlose Therapien für Menschen mit Selbstverletzungen und Suizidgedanken anbietet.

“Down under” haben einige unserer australischen Teammitglieder an der Great Cycle Challenge teilgenommen, um Geld für krebskranke Kinder zu sammeln. Bis heute sind sie über 3.500 Kilometer geradelt! Sie nutzten sogar ihre EVP-Stunden, um sich einen ganzen Tag frei zu nehmen und zu radeln. 

Great Cycle Challenge

In unserem Büro in Los Angeles haben einige Teammitglieder freiwillig ihre Zeit geopfert, um in Zusammenarbeit mit dem Olive Crest “Be the Miracle”-Programm Geschenke für bedürftige Kinder zu kaufen und einzupacken, damit sie an den Feiertagen etwas zum Auspacken haben.

Im Rahmen unserer Partnerschaft mit der InDaHouse Foundation haben unsere ungarischen Teammitglieder mit der Stiftung zusammengearbeitet, um Kindern, die in Armut leben, zu helfen. Dabei haben sie ein Gemeindezentrum und eine Schule gebaut, Lebensmittel gespendet und viel Zeit mit den Kindern verbracht. Als kleine Anerkennung dieser Hilfsmaßnahmen wurde unser ungarisches Büro kürzlich mit dem Preis für die beste Zusammenarbeit zwischen NGOs und Unternehmen ausgezeichnet. 

InDaHouse Foundation

In Deutschland hat unsere Kollegin Lea Michel ihre EVP-Stunden genutzt, um in Mannheim im Tafelladen des Deutschen Roten Kreuzes auszuhelfen. Wir haben Lea zu ihren Erfahrungen und Eindrücken ein paar Fragen gestellt:

EVP bei der Tafel in Mannheim

 

Lea, wie bist du auf die Idee gekommen, im Rahmen deines Employee Volunteer Program (EVP) bei der Tafel zu helfen?

Lea Michel: Im Sommer hat eine Freundin davon erzählt, dass der Tafelladen des DRK in Mannheim eigentlich immer auf der Suche nach freiwilligen Helfern ist. Ich dachte direkt, dass sich das hervorragend anbietet für das EVP und habe kurz darauf dort angefangen.

Wie verlief dein Dienst dort? Was war besonders in Zeiten von Corona?

Lea: Im Laden der Tafel hilft man bei allem, was in einem kleinen Supermarkt so anfällt. Ein typischer Arbeitseinsatz startet bei mir damit, dass ich helfe, verdorbenes Gemüse auszusortieren und die Kühltheke aufzuräumen. Dann betreue ich die Backwaren-Theke und bediene die Kunden. Und am Ende wird gemeinsam geputzt, bevor der Laden dann geschlossen wird.

In Zeiten von Corona wird natürlich besonders auf die Hygiene-Richtlinien geachtet. Alle arbeiten mit Mundschutz und Handschuhen. Außerdem dürfen nur maximal drei Kunden gleichzeitig in den Laden, damit es nicht zu voll wird. Leider führt das auch dazu, dass sich oft lange Schlangen vor dem Laden bilden und gar nicht alle die Möglichkeit haben, einzukaufen. Und das, obwohl genug Lebensmittel für alle da wären.

Was hast du persönlich mitgenommen – positiv und negativ? Welche besonderen Eindrücke und Erfahrungen hast du gesammelt?

Lea: Es macht definitiv viel Spaß, zusammen mit den anderen Helfern bei der Tafel zu arbeiten und raus aus dem klassischen Berufsalltag zu kommen. Außerdem sind die Kunden meist super freundlich und dankbar, was sehr schön ist.

Natürlich bekommt man bei der Tafel auch mit, was in der Gesellschaft nicht so gut läuft. Ich finde es irgendwie traurig, dass es überhaupt eine Bevölkerungsgruppe gibt, der die Lebensmittel, die für den “normalen” Teil der Gesellschaft nicht mehr gut genug sind, verkauft werden. Außerdem sieht man bei der Tafel immer wieder, in welcher Wegwerfgesellschaft wir leben – denn auch bei der Tafel kann lange nicht alles ausgegeben werden. Und was dort nicht weg geht, landet dann im Müll und das ist sehr viel.

Der Tafelladen in Mannheim-Neckarstadt (Foto mit freundlicher Genehmigung des DRK-Kreisverbands Mannheim e.V.).
 

Wie kann man auch außerhalb des EVP die Tafeln unterstützen?

Lea: Das Tafel-Motto lautet “Jeder gibt, was er kann”. Privatpersonen können (verpackte) Lebensmittel sowie Waren des täglichen Bedarfs und Geld spenden oder als ehrenamtliche Helfer ihre Feizeit zur Verfügung stellen und bei den Tafeln vor Ort Lebensmittel einsammeln, verteilen oder in der Tafel-Verwaltung mitarbeiten.

Unternehmen unterstützen die Tafeln mit Geld- oder Sachspenden – entweder regional oder bundesweit.

Wie findet man eine Tafel in seiner Nähe?

Lea: Über die Tafel-Suche kann man auf zwei Arten eine Tafel in Ihrer Nähe finden: Entweder, man gibt direkt einen Ortsnamen oder eine Postleitzahl ein – die nächsten Tafeln im Umkreis werden dann aufgelistet. Oder man sucht in seinem Bundesland und wählt aus der aufgeführten Liste die nächste Tafel aus.

Wenn man so auch nicht fündig wird, wendet man sich am besten an denLandesverband oder die Ländervertretung für das entsprechende Bundesland oder an den Bundesverband Deutsche Tafel e.V. Die helfen gerne weiter.

Aufgrund knapper Lebensmittelspenden müssen einige Tafeln leider Wartelisten führen. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, sich als Betroffene/r an weitere Tafeln im Umkreis zu wenden. Diese findet man ebenfalls über die Tafel-Suche.

Mehr als nur spenden

Obwohl es für viele Menschen und Unternehmen ein schwieriges Jahr war, sind wir erstaunt über die Großzügigkeit und Widerstandsfähigkeit der Menschen. Trotz der Herausforderungen, die dieses Jahr mit sich gebracht hat, sind wir dankbar, dass unsere Teammitglieder mit voller Überzeugung bereit waren, ihre Zeit und Ressourcen zu nutzen, um ihren Gemeinden zu helfen. 

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